Kunst erleben, fühlen und gestalten

DSC00167Kunst erleben, fühlen und gestalten – das war das Motto des Ausfluges in die Neue Galerie. 29 junge Männer und Frauen nehmen in Kassel aktuell an der EQplus im Rahmen von Wirtschaft integriert teil. „Wir lernen viel und sehen, wie wir unserem großen Ziel, diesen Sommer eine Ausbildung zu beginnen, immer näher kommen“, berichtete eine der Teilnehmerinnen. Dennoch sind sich in einem Punkt alle einig: Integration passiert nicht alleine durch das Erlernen der deutschen Sprache und der Beschäftigung in einen deutschen Betrieb. Auch das Kennenlernen der deutschen Kultur ist ein wichtiger Aspekt, um in der neuen Heimat anzukommen. Und so freuten sich alle über eine Einladung der Museumslandschaft Hessen zu einem Besuch mit Workshop in der Neuen Galerie.

Die Kasseler Kunsthistorikerinnen Karina Chernenko und Anjelika Spoeth nahmen die 29 Teilnehmenden mit auf eine Reise in die Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts. Da beide Frauen selbst vor 20 Jahren von Russland nach Deutschland ausgewandert sind, kennen sie das Gefühl, fremd in einem Land zu sein und die Sprache nicht zu verstehen. „Immer lächeln und nicken. Das war in der Anfangszeit meine Strategie“, erzählte Karina Chernenko. Anjelika Spoeth ergänzte: „Wir kannten nicht ein einziges deutsches Wort als wir vor 20 Jahren in Deutschland ankamen. Jetzt arbeiten wir beide in einem Beruf, in dem wir täglich mit der deutschen Sprache zu tun haben und sehr viele Wörter kennen müssen. Ich will damit sagen: die deutsche Sprache ist zu unserer zweiten Muttersprache geworden. Das könnt ihr auch schaffen!“

Karina Chernenko erklaert den Impressionismus an einem Werk von Carl Bant...Interessiert verfolgten die Teilnehmenden den Ausführungen, stellten Fragen zu Künstlern, Farben und Hintergründen und bewunderten Kunstwerke. Im nachfolgenden Workshop konnten die Teilnehmer dann selber ihr Können unter Beweis stellen und merkten schnell, dass es gar nicht so einfach ist, etwas auf ein weißes Stück Papier zu bringen.Nach anfänglichem Zögern ließen sich aber alle darauf ein, griffen zu Bleistift, Acryl- und Fingerfarbe und zeigten ihre Kreativität. Es wurden Bilder von Häusern gemalt, Natur und Landschaften gezeichnet und abstrakte Kunstwerke gepinselt, wobei das ein oder andere verborgene Talent zum Vorschein trat.

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