Mit <em>Wirtschaft integriert</em> zum Traumberuf

Das Projekt Wirtschaft integriert richtet sich an junge Flüchtlinge und andere Menschen mit erhöhtem Sprachförderbedarf. In einer aufeinander aufbauenden Förderkette werden junge Menschen beim Übergang in den Arbeitsmarkt unterstützt. So auch der junge Nick, der nach einer erfolgreichen Berufsorientierung heute eine Ausbildung zum Koch absolviert.

Der gebürtige Gießener Nick Searan wanderte als Kind in die USA aus. Als er mit 15 Jahren zurück nach Deutschland kommt, sind ihm die Sprache und das Leben in Deutschland fremd. Zunächst erwirbt er seinen Hauptschulabschluss und beginnt dann im August 2019 die Berufsorientierung BOplus des Projekts Wirtschaft integriert.

Mit dem Projekt Wirtschaft integriert, das aus Mitteln des Hessischen Wirtschaftsministeriums [HMWEVW] finanziert wird, unterstützt das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V. junge Menschen mit Sprachförderbedarf im Rahmen der drei Bausteine Berufsorientierungplus [BOplus], Einstiegsqualifizierungplus [EQplus] und Ausbildungsbegleitungplus [ABplus]. Diese Bausteine können einzeln oder aufeinander aufbauend durchlaufen werden. Neben dem Unterricht in Deutsch, Mathematik und Werte und Normen werden die Teilnehmenden dauerhaft sozialpädagogisch betreut, um den Ausbildungserfolg sicherzustellen.

In der Berufsorientierung BOplus nahm Nick Searan zunächst an einer Eignungsfeststellung beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V. teil. Hier gefiel ihm besonders der Bereich Hotel/Gastronomie. In Kooperation mit der Jugendwerkstatt Gießen testete er sich im Bistro und in der Küche. Sein Berufswunsch verfestigte sich und die pädagogische Mitarbeiterin organisierte für Nick ein Orientierungspraktikum in der Mensa des Studentenwerks Gießen.

Für Nick stand nun sein Traumberuf fest. Er begann den zweiten Baustein von Wirtschaft integriert: die  EQplus. Das Team von Wirtschaft integriert vereinbarte mit dem Studentenwerk Gießen ein siebenmonatiges Langzeitpraktikum.

Während der EQplussammeln die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erste Erfahrungen in einem Unternehmen und erhalten eine sozialversicherungspflichtige Praktikumsvergütung. Betriebliche Ausbilder übernehmen die berufspraktische Qualifizierung. Fachkräfte des BWHW setzen die berufsbezogene Sprachförderung und die sozialpädagogische Begleitung fort. Nick verbesserte seine Deutschkenntnisse und lernte das Ausbildungssystem in Deutschland besser kennen.

Im Langzeitpraktikum stellte er seine Fähigkeiten als Koch unter Beweis und überzeugte auch den Ausbilder Sebastian Börner. Im September 2020 begann er seine Ausbildung zum Koch und wird nun parallel zur Ausbildung mit Stützunterricht in Deutsch und Fachunterricht bis zum Abschluss seiner Ausbildung begleitet.

 

weitere Artikel