Betriebsportrait METRO Gastro

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Das Großhandelsunternehmen METRO Deutschland versorgt bundesweit an zahlreichen Standorten Restaurants, Hotels und weitere Betriebe mit Lebensmitteln sowie professionellem Gastronomiebedarf. Einer dieser Standorte ist der METRO GASTRO Markt in Heppenheim. Rund 30 Mitarbeitende sind hier für die Profikundinnen und -kunden aus Gastronomie und Handel im Einsatz. Aktuell begleitet der METRO GASTRO Markt in Heppenheim drei Auszubildende und eine Praktikantin sowie einen Praktikanten auf ihrem Weg in den Beruf. Geschäftsleiter Markus Schmutzer berichtet, welche Rolle Sprache im täglichen Arbeitsprozess spielt, wo typische Herausforderungen liegen und wie das Unternehmen seine Nachwuchskräfte gezielt unterstützt.

Ob im Gespräch mit der Kundschaft, beim Lesen von Arbeitsaufträgen oder in der Abstimmung zwischen den Abteilungen – Sprache ist im Arbeitsalltag eines Großhandelsunternehmens allgegenwärtig. Gerade an junge Berufsanfängerinnen und -anfänger stellt das besondere Anforderungen: Fachbegriffe müssen verstanden, komplexe Arbeitsabläufe erfasst und Zusammenhänge zwischen einzelnen Arbeitsschritten erkannt werden. Das gelingt nicht immer sofort. „Es geht oft gar nicht darum, dass einzelne Wörter unbekannt sind. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die dahinterliegenden Prozesse wirklich zu verstehen und sicher anwenden zu können. Ein Beispiel: Ein Auszubildender soll bei einer Aufgabe auf „First in – First out" achten. Doch was verbirgt sich hinter dem Fachbegriff? Gemeint ist zunächst ein Lagerprinzip, bei dem Waren entsprechend ihrem Eingangsdatum entnommen werden – was zuerst kam, geht zuerst wieder raus. Nur warum soll zuerst die ältere Ware entnommen werden, bevor neue nachgelegt wird? Auf den ersten Blick erscheint es doch viel schneller und einfacher den freien Platz von vorne aufzufüllen. Wer aber den Zusammenhang versteht – Frische, Haltbarkeit und Kundensicherheit spielen hier eine Rolle – erkennt sofort, warum dieser Ablauf so wichtig ist. Fachwissen und Sprachverständnis greifen dann direkt ineinander“, so Schmutzer.

Unterstützung der Azubis im Arbeitsalltag

In den Abteilungen werden die Auszubildenden von erfahrenen Ausbilderinnen und Ausbildern sowie langjährigen Mitarbeitenden begleitet. Dabei legt das Team der METRO GASTRO Heppenheim großen Wert auf eine verständliche und sprachsensible Vermittlung von Inhalten: einfache Worte, kurze Sätze, gezielte Wiederholungen und immer wieder konkrete Beispiele aus dem Arbeitsalltag. „Wenn etwas nicht verstanden wird, erklären wir es anders – gerne direkt am Praxisbeispiel. Ich sage immer: Wiederholen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Das zeigt sich an einer Situation, die wohl viele aus dem Ausbildungsalltag kennen: Ein Mitarbeitender erklärt eine Aufgabe, fragt nach, ob alles verstanden wurde und bekommt ein klares Ja. Nach einer Weile die Kontrolle: Die Aufgabe wurde nicht wie besprochen erledigt, stattdessen wurde etwas ganz anderes ausgeführt. Auf Nachfrage kann der Auszubildende zwar die Anweisung korrekt wiedergeben, das inhaltliche Verständnis fehlte aber noch. Das zeigt: Wer einen Satz nachsprechen kann, hat ihn noch nicht zwingend durchdrungen. Deshalb arbeiten wir aktiv mit Rückfragen und praktischen Übungen – wir lassen Auszubildende erklären, wie sie vorgehen würden, bevor sie loslegen“, betont Schmutzer.

Zusammenarbeit mit Wirtschaft integriert

Für den METRO GASTRO Markt Heppenheim ist die Zusammenarbeit mit Wirtschaft integriert ein wichtiger Baustein der Ausbildungsförderung. „Bei METRO können unsere Auszubildenden vielfältige interne Lern- und Weiterbildungsangebote nutzen. Sie haben Zugriff auf unsere digitale Schulungs-App oder können Fachbegriffe mit Erklärungen einfach und schnell nachschlagen, die Unterlagen sind fester Bestandteil unseres strukturierten Einarbeitungsprozesses. Gleichzeitig wissen wir, dass sprachliche Förderung spezifisches Fachwissen erfordert und individuell gedacht werden muss. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit Wirtschaft integriert für uns eine wertvolle Ergänzung. Unsere Auszubildenden erhalten dort gezielte Unterstützung bei der Entwicklung ihrer kommunikativen Kompetenzen oder können zusätzlichen Deutschunterricht besuchen“, freut sich Schmutzer.

Positive Lernkultur als Erfolgsfaktor

Neben formalen Förderangeboten setzt der METRO GASTRO Markt Heppenheim auf Gemeinschaft und ein wertschätzendes Umfeld: Arbeiten auf Augenhöhe, gemeinsame Pausen, kleine Aufmerksamkeiten zu besonderen Anlässen, flexible Arbeitszeiten, Teamveranstaltungen sowie die Freistellung für den Förder- und Deutschunterricht bei Wirtschaft integriert schaffen eine positive Lernumgebung. „Gemeinsame Pausen sind ein oft unterschätzter Sprachlernort: Hier wird Deutsch authentisch, entspannt und ohne Druck geübt. Das Wichtigste ist aus meiner Sicht aber ein echtes Vertrauensverhältnis. Fehler dürfen passieren – sie gehören dazu. Entscheidend ist, dass man daraus lernt. Und das sage ich nicht nur so: Wir nehmen unsere Aufgabe als Ausbilder sehr ernst und investieren langfristig in die Entwicklung unserer Auszubildenden, denn unser Ziel ist immer, dass sie uns auch nach ihrem Abschluss erhalten bleiben und wir sie übernehmen“, unterstreicht Schmutzer.

Für Betriebe, die Auszubildende mit Deutschförderbedarf einstellen, hat Schmutzer wertvolle Tipps: „Zeit und Geduld mitbringen. Sprache und Fachverstand wachsen durch Wiederholung und Praxis, das geht nicht von heute auf morgen. Außerdem gilt es, aktiv nachzufragen, ob etwas wirklich verstanden wurde – auch inhaltlich. Ein kleines, eigenverantwortliches Projekt zu übergeben, kann ebenfalls sehr hilfreich sein und stärkt die Selbstwirksamkeit. Verantwortung motiviert und man lernt dabei enorm viel – sprachlich wie fachlich.

Mohammad-Noor Kahaan (ehemaliger Auszubildender und Teilnehmender an Wirtschaft integriert ABplus), Markus Schmutzer (Geschäftsleiter METRO GASTRO Heppenheim), C.Zintel (Pädagogische Mitarbeiterin Projekt Wirtschaft integriert ABplus ), Vito Ingoglia (Stellvertretender Geschäftsleiter METRO GASTRO Heppenheim), Miftar Shabanaj (Auszubildender, Wirtschaft integriert)